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Ernesto Molina (46 Jahre) hat fünf Monate im Jahr einen ungewöhnlichen Arbeitsplatz: Den Amazonas-Dschungel in Bolivien. Jedes Jahr verlässt er während der Regenzeit von Dezember bis Mitte März sein Dorf Fortaleza und zieht in eine provisorische Unterkunft mitten im Dschungel. Ernesto Molina ist einer von circa 1.200 Paranuss-Sammlern aus über 86 Gemeinden mit denen Hylea zusammenarbeitet.

Ökosystem Amazonas

Amazonas Regenwald

Etwa 60 Prozent der Fläche Boliviens gehört zum Amazonasbecken. Der Amazonas-Regenwald gilt mit seiner überwältigen Artenvielfalt als eines der bedeutendsten Naturwunder der Welt. Über eine Fläche von zehn Millionen Hektar verteilt, finden sich die einzigartigen Paranussbäume, die nicht kultiviert werden können und nur in einem gesunden Ökosystem blühen, bestäubt werden und neue Früchte bilden. Die Paranusspflücker schützen mit ihrer Arbeit den Regenwald als Basis ihres Einkommens und übernehmen so die Rolle als „Hüter“ des Amazonas.

Arbeitsplatz Dschungel

Ernesto Molina bei der Arbeit

Ernesto Molina ist einer davon. Er und seine Familie leben von der Paranussernte. Ein Container (ca. 16.000 Kilo) Paranüsse sichert den Lebensunterhalt von circa 90 Menschen und schützt gleichzeitig bis zu 700 Hektar Regenwald. Jeden Tag legt der Pflücker zu Fuß rund 15 Kilometer zurück. Die Erntezeit der Paranüsse fällt in die Regenzeit, was die Arbeit Molinas beschwerlich macht. Ein Sammler bewirtschaftet für Hylea rund 100 Paranussbäume auf circa 35-50 Hektar Regenwald. Die Aufgabe ist nicht ungefährlich: Nicht nur vor Schlangen und Skorpionen muss der Pflücker sich in Acht nehmen. Auch vor den Kapselfrüchten der Paranuss, die von den hohen Bäumen fallen können. Eine Kapselfrucht wiegt rund ein Kilogramm – ein gefährliches Geschoss. Mit der Machete zerteilt Molina die Nüsse, die schon auf den Boden gefallen sind. Meist schafft er einen Baum am Tag und kommt so auf 700 – 1.000 Kapseln. In einer Kapsel-Frucht befinden sich etwa 20 zwetschgengroße Samen – die Paranüsse.

Ein funktionierender Kreislauf

Die Ernte wird in Säcken verpackt. Nun kommt eine weitere Schwerstarbeit auf Molina zu: Er trägt den bis zu 70 Kilogramm schweren Sack auf seinem Rücken aus dem Wald zu den Sammelstellen. Später werden diese dann mit einem Traktor zu einem Zwischenlager und von dort zu der Produktionsstätte gebracht. Hylea kauft den Sammlern ihre Ware ab, verarbeitet sie weiter und vertreibt die Paranüsse anschließend auf dem Weltmarkt. Der Kauf von Paranüssen kommt somit sowohl dem Amazonas, als auch den Menschen zugute. Denn einen Teil des erwirtschafteten Gewinns investiert das Unternehmen wieder in die Region und verbessert so die Lebensbedingungen der Menschen wie Ernesto Molina und seiner Familie. Ein Kreislauf, von dem Menschen und Amazonas gleichermaßen profitieren.

2018-07-17T14:55:04+00:00