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Es ist Erntezeit in Bolivien: Seit Dezember sind die Hylea-Paranusssammler im bolivianischen Regenwald zur Wildsammlung dieser exotischen, nicht kultivierbaren Frucht. Die Paranuss ist das zweitwichtigste landwirtschaftliche Produkt Boliviens – nach Soja, das vorwiegend als Tierfutter genutzt wird, für dessen Anbaufläche aber auch in Bolivien ca. zwei Millionen Hektar Regenwald abgeholzt wurden. Von der Verwendung von Pestiziden und Herbiziden nicht zu reden.

Die nachhaltige Wild-Sammlung der Paranuss ist dagegen nur möglich, wenn das sensible Ökosystem Regenwald unberührt erhalten bleibt. Unsere Sammler lesen nur das vom Boden auf, was die Natur vom Baum fallen lässt.

„Bei Naturressourcen müssen wir von den Zinsen leben, nicht vom Kapital.“
Friedrich „Federico“ Hecker

Bolivien ist zwar reich an Bodenschätzen, gilt aber als ärmstes Land Südamerikas. Die wichtigsten Exportartikel Boliviens sind Gas, überwiegend mineralische Rohstoffe (Blei-, Zinn-, Silbererze) und landwirtschaftliche Produkte (Nüsse, Kaffee, Sojaprodukte, Quinoa und Hirse). Lange Zeit war die bolivianische Wirtschaft vor allem durch den Bergbau (früher vorwiegend Silber und Zinn) gekennzeichnet, der noch heute 14 Prozent des Bruttoinlandsproduktes und 74 Prozent der gesamten Exporte des Landes ausmacht. Allerdings sind durch die zunehmende Erschöpfung der Rohstoffquellen die Erlöse drastisch zurückgegangen. Die Erschließung von Eisenerz und Lithium könnten dem Bergbau wieder eine neue Bedeutung geben. Salar de Uyuni, der im Südwesten Boliviens gelegene Salzsee, hat mit geschätzten 46,5 Millionen Tonnen abbaubaren Lithium das derzeit weltweit größte bekannte Vorkommen dieses Leichtmetalls.

Arbeitgeber Paranuss

Aber auch die Paranuss hat sich zu einem wichtigen Exportprodukt entwickelt, von dem vor allem die Menschen profitieren. Während der Erntezeit sind insgesamt 45.000 Menschen in der gesamten Paranussbranche beschäftigt. Davon liegen 15.000 Arbeitsplätze in Vertrieb, Transport und Lagerung, ca. 6.000 Frauen und Männer arbeiten in den weiterverarbeitenden Fabriken. Somit ist die kleine Paranuss ein wichtiger Industriezweig im Amazonasgebiet Boliviens.

High Tech im Regenwald

Vogelperspektive: Die neue Hylea-Produktionsfabrik

Vogelperspektive: Die neue Hylea-Produktionsfabrik in Fortaleza.

Seit 1884 engagiert sich Hylea für die nachhaltige Entwicklung der Nordwest-Region Boliviens und investiert in die Region. Das neueste Projekt: Eine hochmoderne Produktionsfabrik. In den vergangenen Monaten ist deshalb in Fortaleza viel passiert. Die Installation und Kalibrierung der letzten Maschinen der neuen Produktionsfabrik inmitten des bolivianischen Regenwaldes läuft auf Hochtouren. Die Anlage erstreckt sich über eine Grundfläche von ca. zwei Fußballfeldern. In der Fabrik selbst werden die Paranüsse als Rohware geschält, sortiert und getrocknet und zum exportfertigen Gut vakuumverpackt in Exportkartons gefüllt. Hochmoderne lasergestützte Sortiermaschinen selektieren die geschälten Nüsse nach Größe und Beschaffenheit. So wird ein kontinuierlicher und zeitoptimierter Arbeitsfluss mit hoher Auslesequote gewährleistet. Modernste Trockenöfen sorgen zudem für eine 100-prozentige Keimfreiheit der Nüsse.

Im Lagerhaus: Hier werden die Nüsse vorgetrocknet. Links im Bild Hylea-Vorstand Aime Hecker.

Im Lagerhaus: Hier werden die Nüsse vorgetrocknet. Links im Bild Hylea-Vorstand Aime Hecker.

Die Produktion für 2019 beginnt ab April mit einer geplanten Verarbeitungskapazität von 170 Containern im ersten Betriebsjahr. Bisher wurde von den Sammlern aus den indigenen Gemeinden im Regenwald bereits Rohware für die Produktion von zirka 50 Export-Containern angekauft. Die neue Lagerhalle bei der Fabrik füllt sich inzwischen sukzessive – die Ware wird aus den vier großen Zentrallagern in der Sammelregion herantransportiert. Die vollautomatischen Produktionsprozesse gewährleisten eine genaue Kontrolle der Qualität und Nachvollziehbarkeit der Herkunft der Rohware bis zum fertigen Exportkarton. Mit der Möglichkeit, jeden einzelnen Produktionsprozess zu kontrollieren und zu steuern, wird die Hylea-Fabrik in Fortaleza zu einer der wenigen vollautomatisierten Produktionsfabriken in der gesamten Paranuss-Branche gehören.

Hylea schafft Arbeitsplätze

Hylea ist der größte Arbeitgeber der Region und arbeitet mit über 80 Gemeinden aktiv zusammen. In der Erntesaison (Dezember – Ende April) sind mehr als 1.600 Sammler aktiv und verkaufen ihre eingesammelte Rohware an Hylea. Weitere Infrastrukturmaßnahmen, wie der Bau von Schulen oder die Errichtung einer Photovoltaikanlage mit einer Produktionsleistung von einem Megawatt werden derzeit umgesetzt. Mit der neuen Fabrik leistet Hylea abermals einen wichtigen Beitrag für die Region in Bolivien. Dadurch entstehen 250 neue Arbeitsplätze. Parallel errichtet Hylea moderne Unterkünfte für die Mitarbeiter und deren Familien. Hylea und die Hylea-Paranuss bleiben somit ein wichtiger Partner Boliviens und der Menschen in der Region. Wir werden über die Eröffnung der Fabrik im Mai berichten.

Einblicke in die Entstehungsgeschichte unserer neuen Fabrik: Baufortschritt von März bis August 2018, mit den beiden Vorständen Aime Hecker und Klaus Karch bei der gemeinsamen Baustellenbesichtigung.

 

Werden Sie Teil unserer Mission und kaufen Sie Premium Bio & Fairtrade Paranüsse von Hylea – ganz bequem in unserem Online-Shop. Damit unterstützen Sie die Menschen in der Region und schützen gleichzeitig den Amazonas-Regenwald.

Übrigens: Egal wie professionell Planung und Organisation unserer Paranuss-Ernte im Vorfeld sind – diese Phase ist mehr von der Laune der Natur abhängig, als man sich in unseren Breitengraden vorstellt. Mit welchen Herausforderungen wir dabei oft zu kämpfen haben, zeigten wir bereits in dem Blogbeitrag: „Die Launen der Natur“.

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Schwieriger Transport: Überschwemmung auf der Straße von La Paz zum Freihandelshafen Arica.

2019-02-07T18:21:10+00:00